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Eine meiner Freundinnen kannte und liebte kurzzeitig jemanden, der sich mal in einer Telefonzelle verlaufen hat. Telefonzellen und ich, wir hatten bisher noch nie Orientierungsprobleme miteinander (dafür andere: Kein Hörer. Dreck am Hörer. Kaugummi am Hörer. Körperausscheidungen am Hörer. Was geht, das geht). Ich habe fast ausschließlich Probleme mit Straßennamen. Eine mir unbekannte Adresse kann ich mir nur für Bruchteile von Sekunden merken, noch wenn ich die gesuchte Strasse endlich glücklich gefunden habe ziehe ich auf dem Weg zur richtigen Hausnummer ein halbes Dutzend Mal den mittlerweile sehr abgegriffenen Notizzettel aus der Hosentasche, um Schritt für Schritt zu kontrollieren ob ich in die richtige Richtung gehe. Wirklich merken kann ich mir die Adressen dann auch nur für einen begrenzten Zeitraum, denn bei übermäßiger Vertrautheit gehen diese bedeutungsvollen Buchstaben- und Zahlenkombinationen genauso verloren wie die deutschen Grammatikregeln – sie alle wandern irgendwann vom Gedächtnis in den Instinkt, eine lange Karawane ins Nirvana des Unterbewusstseins.
