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Wie oft bin ich schon zu jemandem ins Auto gestiegen, die Tür geht zu, der Wagen fährt los, der Fahrer fädelt in den Verkehr ein –  und dann fragt er mich „Und wo müssen wir jetzt lang?“.

„Du fragst mich wo wir lang müssen?“ „Du weißt doch wo es ist.“ „Ja, aber ich fahre nicht mit dem Auto.“ „Aber du wirst doch wissen wie man mit dem Auto dort hin kommt?“

An dieser Stelle entsteht immer eine kurze Pause, weil ich erstmal überlege wie oft zur Hölle ich eigentlich schon in dieser Situation war, und warum zum Teufel der eigentlich recht intelligenten Person neben mir die mangelnde Kausalität in ihren Überlegungen nicht auffällt.

Was soll man darauf eigentlich antworten? „Gottes Hand wird sich vom Himmel senken, unser Auto aufheben und am anderen Stadtende wieder sanft zu Boden setzen.“ „Wir könnten in die U-Bahn-Station runterfahren und den Gleisen folgen.“ „Dann fahren wir erstmal in die Stadtmitte, das ist zwar die falsche Richtung, aber von da geht der Bus 32, und wenn wir die Strecke abfahren sollten wir in einer Stunde da sein.“

Stadtbewohner ohne Auto wissen meistens nicht, wie man per Auto irgendwohin kommt, selbst wenn sie diesen Ort regelmäßig oder gar täglich aufsuchen. Das liegt daran, dass U-Bahn-Linien nicht oberirdisch verlaufen. Und daran dass oberirdisch fahrende Busse und Trams selten den direkten Weg wählen. Wenn Autofahrer Stadtbewohnern anbieten, sie irgendwohin mitzunehmen, sollten sie entweder selbst den Weg kennen, bereit sein hinter einem Bus her sinnlose Schleifen zu fahren oder eine große Experimentierfreude mitbringen, dann nämlich, wenn der  Stadtbewohner versucht, sich mit Himmelsrichtungen und Wegmarken durch die Straßen der Stadt zu schlagen.

Ich persönlich biete immer zuerst die Parkplatzsuche und DANN den Himmelsrichtungsorientierversuch an. Um ganz klar zu machen, dass ich selbst dass auch zum ersten Mal mache. Trotzdem saß ich schon neben so manchem Fahrer, der während der Fahrt alle möglichen Gefühlsindikationsfarben annahm: zornrot, giftiggrün, schwarzgeärgert. Einbahnstraßen, Sackgassen, Abbiegen verboten und gleich auch noch unmöglich gemacht, aus Versehen auf den Autobahnzubringer gefahren – es gibt so viele Wege, die nicht nach Rom führen.

Aber ich bin ja auch selbst Schuld, denn seit Jahren vergesse ich auf die Frage „Soll ich dich mitnehmen?“ mit „Ja, aber nur wenn du den Weg selbst kennst.“ zu antworten.